Der Slowene Domen Prevc dominiert die 74. Vierschanzentournee mit historischer Überlegenheit. Vor der Qualifikation in Innsbruck an diesem Samstag (14:30 Uhr, ZDF und Eurosport) führt der 26-Jährige mit rund 20 Metern Vorsprung auf den Zweitplatzierten Jan Hörl aus Österreich. Einen so deutlichen Vorsprung zur Halbzeit des Tournee-Klassikers gab es zuletzt vor fast zwei Jahrzehnten in der Saison 2004/05 durch den finnischen Skisprunglegende Janne Ahonen.
Prevc gewann beide bisherigen Springen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen souverän. Sein Vorsprung auf den deutschen Felix Hoffmann, der Vierter ist, beträgt bereits über 25 Meter. Philipp Raimund liegt auf Rang sechs.
Die deutsche Mannschaft tritt in Innsbruck mit einem reduzierten Aufgebot von nur noch fünf Springern an, nachdem neun bei den Deutschland-Springen dabei waren. Neben Hoffmann und Raimund gehören Pius Paschke, Andreas Wellinger und Karl Geiger zum Team.
Bundestrainer Stefan Horngacher reagiert mit Galgenhumor auf Prevcs scheinbar uneinholbare Führung: «Er muss ja schon fast zweimal disqualifiziert werden», sagte er. Philipp Raimund zeigt sich fassungslos: «Zu sehen, dass er so ein Überflieger ist, ist brutal.» Der deutsche Springer fragt sich: «[...] Wo sind die restlichen 15 Meter bis zum Domen? Ich gebe ja auch mein Bestes und bin auf sehr hohem Niveau».
Vom "verrückten Vogel" zum Systemspringer
Prevc selbst erklärt seinen Erfolg nüchtern: «Ihr fragt mich immer wieder nach meinem Geheimnis. Mein Geheimnis ist, dass ich den ganzen Sommer über konstant, ausdauernd und hart gearbeitet habe. Von April bis zum ersten Tag der Wintersaison». Eurosport-Experte Markus Eisenbichler, der seine Karriere nach der vergangenen Saison beendete, beobachtete Prevcs Entwicklung genau. Früher sei der Slowene «zwischen Genie und Wahnsinn» unterwegs gewesen, «a bissl in seiner eigenen Welt gelebt» - «ein verrückter Vogel». Heute merke man: «[...] Er hat einen Plan, er hat ein System. Er lässt sich auch von einem schlechten Sprung nicht aus der Ruhe bringen.»
Horngacher hat sich an Prevcs Dominanz gewöhnt: «Irgendwann gewöhnt man sich dran. Er fliegt sowieso ganz runter». Die Konkurrenz konzentriert sich auf die eigene Leistung: «Das ist für uns nicht mehr so aufregend. Wir müssen uns auf uns konzentrieren.», so der Bundestrainer.
Ammann vorzeitig ausgeschieden
Eine historische Tournee-Größe fehlt bei den verbleibenden Springen: Der vierfache Olympiasieger Simon Ammann (44) ist nach zwei 34. Plätzen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen vorzeitig aus seiner 27. Vierschanzentournee ausgestiegen. Der Schweizer Verband bestätigte die Abreise des 23-fachen Weltcupsiegers sowie des Nachwuchsspringers Juri Kesseli (20). Für die verbleibenden Stationen in Innsbruck und Bischofshofen rücken Felix Trunz und Killian Peier nach. Der Ausstieg erschwert Ammanns Ziel einer achten Olympia-Teilnahme bei den Winterspielen in Italien deutlich.
Prevc stammt aus einer Skisprung-Dynastie: Sein ältester Bruder Peter gewann die Tournee vor zehn Jahren, Bruder Cene holte 2022 olympisches Silber mit dem slowenischen Team. Auch die jüngere Schwester Nika (20) dominiert derzeit - sie führt im Damenskispringen und gewann am Neujahrstag die Two-Nights-Tour.
Bisher gewannen nur drei Athleten alle vier Springen einer Vierschanzentournee: Sven Hannawald, Kamil Stoch und Ryoyu Kobayashi.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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